Kleider machen Leute?!

Ökokleidung- wer denkt da nicht an Birkenstock, Leinengewänder in XXL und selbstgestrickte Socken… Wobei nicht zu bestreiten ist, dass selbst die als Hippieschuhe verschrieenen Birkenstock mittlerweile salonfähig sind. (O-Ton Markus Söder: ‘Ich war keiner, der in der Jugend beispielsweise als Öko-Futzi durch die Gegend gelaufen ist, mit Jesuslatschen und jedes Müsli schon am Geruch erkennen konnte. Aber wenn man Kinder hat, dann ändert sich die Einstellung.’)

Insgesamt konnte man in den letzten Jahren beobachten, dass die VerbraucherInnen zunehmend auf die Qualität und die Produktionsbedingungen beim Kleiderkauf schauen statt nur auf den Preis. Natürlich hat die Wirtschaft auf diese Sensibilisierung reagiert und mittlweile bieten selbst H&M und C&A biologisch produzierte Kleidung an, wobei diese doch eher mit Vorsicht zu genießen ist. Es ist zwar so, dass 70% aller fair gehandelten Kleidung auch ,bio’ ist, umgekehrt gilt das jedoch keineswegs. Zwar wird die Baumwolle ohne die Verwendung hochgiftiger Pestizide angebaut, gepflückt wird sie trotzdem de facto von Kindern. Und auch wenn Marken wie H&M Fairhandelsabkommen unterschrieben haben, gelten diese nur für die direkt untergegliederten Textilfabriken. Von wo die Baumwolle kommt und wo sie bearbeitet wird wird dabei in keinster Weise kontrolliert. Noch schlimmer sind erstaunlicherweise viele der bekannteren Labels wie Esprit (da arbeiten sogar in den Textilfabriken NäherInnen unter 14), Tommy Hilfiger, Ralph Lauren und Benetton. Eigentlich würde man ja denken, dass wenn man schon 100EUR aufwärts für eine Jeans zahlt, faire Löhen für die ArbeiterInnen inbegriffen sind.

Hier mal eine Graphik von cleanclothes.at, die zeigt wer wieviel an einer Jeans verdient:

Ein Unternehmen von dessen Produkten man auch unbedingt die Finger lassen sollte ist Tchibo. Tchibotextilien werden unter unmenschlichsten Bedingungen produziert und Menschenrechtsverletzungen aller Art sind in den Betrieben an der Tagesordnung.

Mittlerweile gibts es zum Glück einiges an Alternativen. Fair gehandelte Kleidung muss nämlich nicht unbedingt teuer und im Öko-Look sein.

Hier gibts eine Liste mit Anbietern, die sich gut bewährt haben und deren Klamotten sowohl bio als sweat-shop-free sind:

www.fairwear.de

www.fairliebt.com

www.glore.de

www.risom.de

www.vandill.com

www.true-fashion.com

www.rootsofcompassion.de

www.blackspotsneaker.de

www.artgerechtes.de

www.grundstoff.net

www.valevida.de

www.ecoshopper.de (Produktsuchportal)

www.bransparent.com

Lohnt sich auf jeden Fall mal durchzuschauen, außer natürlich man möchte was gegen die weltweite Kinderarbeitslosigkeit tun ;-)

Von Textilien ,made in Uzbekistan’ sollte man generell die Finger lassen, weil dort die Kinderarbeit sogar legal ist. Wirklich sicher kann man sich aber sowieso nur bei Fair-Trade-Kleidung sein, dass bei der Produktion keine Kinder als Arbeitskräfte missbraucht wurden.

Ricarda Rösch 

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